STRATEGE: Strategien zur nachhaltigen Raumentwicklung von Tourismusregionen unter dem Einfluss der globalen Erwärmung am Beispiel der Wintersportregion um Schladming (Projekt beendet; update: 24.04.2012)
Projektlaufzeit: November 2005 bis November 2007
Projektwebsite: STRATEGE
Interview: STRATEGE (wmv)
Die Auswirkungen des Klimawandels auf die
Wintersportregion Schladming und daraus abzuleitende Handlungsstrategien sind
die Forschungsschwerpunkte des vom Wissenschaftsministerium finanzierten
proVision-Projektes „STRATEGE“. Ein interdisziplinäres Forschungsteam
erarbeitet gemeinsam Klimamodelle, Regionalanalysen und Marktuntersuchungen für
die Region Schladming. Die Ergebnisse fließen in verschiedene Szenarien ein,
die wiederum mit den lokalen Akteuren und Akteurinnen diskutiert werden. Aus
diesen können Maßnahmen und Alternativen abgeleitet werden, die den möglichen
negativen ökonomischen Auswirkungen des Klimawandels für die Region
entgegenwirken. Ein strategisches Planungsinstrument wird zum Monitoring der
umgesetzten Aktivitäten installiert und dient somit als Entscheidungsgrundlage
für die zukünftige Entwicklung.
Aufgrund der meist zu pauschalen Abschätzung
über den Klimawandel in den Alpen bestimmen negative Meldungen zum Wintersport
die Medien. Vor allem niedrig gelegenen Skigebieten wurde verbal bereits das „Aus“
erklärt. Auch die lokalen Daten aus Schladming zeigen Kennzeichen der
Erwärmung. So ist die Anzahl der möglichen Beschneiungsstunden in der
Vergangenheit (Referenzzeit 1961 – 1990 und 1988 – 2002) um 60 % im Monat
Jänner zurück gegangen. Die Ergebnisse zeigen aber auch, wie wichtig die
Betrachtung des Kleinklimas, des Reliefs und der Exposition sind. So sind in
Schladming die Voraussetzungen für die Beschneiung durch den engen Talraum in
tiefen Lagen oft besser als über 1000 m Höhe.
Wie die Befragung von 3.800 Skifahrerinnen
und Skifahrer ergeben hat, sind bereits rund 75 % auf das Thema „Klimawandel“
sensibilisiert. Der Skiurlaub ist unter den Befragten jedoch nach wie vor die
Urlaubspräferenz Nr. 1, wobei es zukünftig unter dem Einfluss des Klimawandels tendenziell
zu folgenden Verschiebung des Entscheidungsverhaltens kommen könnte: eine Präferenz
für höher gelegene Skigebiete, eine längere Anfahrtszeit wird in Kauf genommen,
der Urlaub wird in schneesichere Monate verlegt und die Buchungen werden immer
kurzfristiger durchgeführt. Kaffeehausbesuch, Spaziergang, Wellness oder
Fernsehen im Bett sind meist nur ein bis zwei Tage ein akzeptables
Ersatzprogramm. Nach spätestens drei Tagen würde die Mehrheit der Gäste den
Urlaub abbrechen.
Schladming gilt als die Sporthauptstadt der
Steiermark. Eine hohe Bedeutung nimmt der Wintersport ein, was sich auch in den
regionalen Daten spiegelt: 61 % der Ankünfte erfolgen im Winter, 65 % der
Übernachtungen fallen auch in den Winter, 70 % der Beschäftigten arbeiten im
Dienstleistungssektor und davon rund 20 % nur im Beherbergungsbereich, was
signifikant über dem steiermärkischen und österreichischen Schnitt liegt. Die
Klimaforschung zeigt die Veränderungen, die zukünftig auf den Ort zukommen. Die
betroffenen Bürgerinnen und Bürger negieren diese Veränderungen jedoch nicht,
sondern setzen sich schon heute mit alternativen Strategien auseinander und
sind auf der Suche nach weiteren Standbeinen für ihre Region.
ForschungsBildungsKooperstion (FBK)
Projektendbericht (PDF)
Liste der Publikationen, die im Verlauf des Projektes entstanden sind
Liste der Aktivitäten, die im Verlauf des Projektes entstanden sind
Leitung Univ. Prof. Dr. DI Ulrike Pröbstl Institut für Landschaftsentwicklung, Erholungs-, und Naturschutzplanung Peter Jordan Straße 82 1190 Wien t: 0043.1.47654.7207 f: 0043.1.47654.7209 e: ulrike.proebstl@boku.ac.at
Kontakt: DI Andrea Prutsch Institut für Landschaftsentwicklung, Erholungs-, und Naturschutzplanung Peter Jordan Straße 82 1190 Wien t: 0043.1.47654.7207 f: 0043.1.47654.7209 e: andrea.prutsch@boku.ac.at
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