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Transdisziplinarität als Wissenskultur und Praxis.

Eine Analyse transdisziplinärer Projektarbeit im Programm proVISION aus der Sicht der Wissenschaftsforschung

update: 15.02.2012

Projektlaufzeit: 2009 bis 2012

Website: Transdisziplinarität als Wissenskultur und Praxis


Das Projekt sucht Prozesse und Praktiken transdisziplinären Arbeitens und Zusammenlebens im Kontext des Programms proVISION. Ziel ist es, ein empirisch fundiertes Verständnis des Phänomens „Transdisziplinarität“ in seinen unterschiedlichen forschungsalltäglichen Dimensionen zu gewinnen und davon ausgehend auch einen Beitrag zu einer theoretischen Reflexion über die Vielschichtigkeit dieser neuen Form der Wissensproduktion zu leisten. Darüber hinaus geht es darum, kontemporäre Veränderungen im Wissenschaftssystem und in der Beziehung zwischen Wissenschaft und Gesellschaft sowie deren Bedeutung für transdisziplinäres Arbeiten zu reflektieren.

In den letzten Jahren hat der Begriff der Transdisziplinarität, der selbst kaum älter als 20 Jahre ist, Hochkonjunktur. Die zugrundeliegende Annahme, von der auch proVISION ausgeht, ist, dass transdisziplinäres Forschen ein Weg zu angemessenen Lösungen für komplexe Problemzusammenhänge ist. Sowohl die Problemdefinition als auch Lösungsansätze sollen an der Praxis orientiert sein und unterschiedliche Formen von Wissen und Erfahrungen einbeziehen. Die damit einhergehenden Erwartungen und Anforderungen bedeuten für alle Beteiligten eine Herausforderung. Die Frage, auf welche Weisen sich dieser Wandel im Forschungsalltag widerspiegelt und wie daraus individuell und kollektiv Sinn gemacht wird, steht im Zentrum des Projektes.
Sechs verschiedene Betrachtungsperspektiven sollen dazu beitragen, den Blick auf die transdisziplinäre Praxis in den untersuchten Projekten zu strukturieren und zu schärfen. Dabei wird den Fragen nachgegangen, (1) wie in solchen Projekten „Objekte“ der Forschung und Forschungsfragen erzeugt werden, (2) wie unterschiedliche Zeitlogiken aufeinander treffen, (3) was als „transdisziplinäre Evidenz“ gelten kann, (4) welche Rolle Sprache in der Wissensgenerierung und Kommunikation spielt, (5) wie Orte der Wissensproduktion den Erkenntnisprozess rahmen und schließlich (6) welche Formen von „Zusammen-Arbeiten“ in solchen Projekten stattfinden und welche Bedeutungen sie erhalten. Eine große Klammer um diese unterschiedlichen Aspekte bildet die Frage, in wie weit man vom entstehen einer spezifischen Wissenskultur sprechen kann und wie sich diese zu anderen Wissenskulturen positionieren kann.
Die Projekte des Programms proVISION umfassen ein breites Spektrum an unterschiedlich orientierten und strukturierten Zugängen und ermöglichen damit einen differenzierten Blick auf die Vielfalt transdisziplinären Arbeitens. Zusätzlich wird eine Analyse des DoktorandInnenkollegs von proVISION durchgeführt, was einen Blick auf Ausbildungszusammenhänge in diesem Feld ermöglichen soll. Um die konkreten Forschungspraktiken im Detail zu erkunden und dabei auch den breiteren Kontext dieser neuen Formen der Wissenserzeugung in den Blick zu bekommen, arbeiten wir mit einer Kombination qualitativer sozialwissenschaftlicher Methoden:

  • Interviews mit den Projektbeteiligten abgeschlossener und laufender Projekte

  • Dokumentenanalyse und Analyse der „Output-Produkte“ der Projekte

  • Fokusgruppen mit ProjektteilnehmerInnen

  • Teilnahme an ausgewählten Projektmeetings


Liste der Publikationen, die im Verlauf des Projektes entstanden sind
Liste der Aktivitäten, die im Verlauf des Projektes entstanden sind

Leitung
Univ.Prof. Ulrike Felt
Universität Wien, Institut für Wissenschaftsforschung
Sensengasse 8/10
1090 Wien
t: 0043.1.4277.49611
f: 0043.1.4277.9496
e: ulrike.felt@univie.ac.at


Kontakt

Andrea Schikowitz
t:
0043.1.4277.49614
f: 0043.1.4277.9496
e: transdis.wissenschaftsforschung@univie.ac.at