Forschungsprojekt obsAIRve >>> siehe Termine || Neuerscheinung: "Das unterschätzte Vergnügen. Schreiben im Studium" von Maria Nicolini >>> siehe News ||
Seite druckenSeite drucken
proVISION > Programm > Text und Sprache

Text und Sprache in inter- und transdisziplinärer Wissenschaft


Inter- und transdisziplinäre Wissenschaft bewegt sich auf sprachlich ungesichertem Terrain: Einerseits muss sie unterschiedliche Disziplinen – jede mit ihrer Fachsprache – verbinden, anderseits muss sie für eine größere Öffentlichkeit verständlich sein. Wollte inter- und transdisziplinäre Wissenschaft eine eigene Fachsprache etablieren, widerspräche sie ihren Intentionen. Neue Grenzen wären gezogen.
Stets von neuem stellt sich deshalb die Frage nach der Sprache der Inter- und Transdisziplinarität. Der Anspruch ist eindeutig: Gute Wissenschaft braucht gute Sprache. Doch: Was ist gute Sprache? Wodurch werden wissenschaftliche Texte klar, verständlich, interessant?

In proVISION ist der "klaren, verständlichen Sprache" der Rang eines Forschungsprinzips eingeräumt. Zugunsten dieses Forschungsprinzips wurde das Projekt "Text und Sprache in proVISION" eingerichtet.
proVISION gründet die Sprache-Arbeit auf das Wissen und auf die Erfahrungen, die im Programm Kulturlandschaftsforschung gewonnen wurden. Die KLF-Sprache-Bemühungen sind ein Unikat in der deutschsprachigen Wissenschaftslandschaft. Ein Resultat ist das Buch "Sprache Wissenschaft Wirklichkeit. zum Sprachgebrauch in inter- und transdisziplinärer Forschung"(1). In proVISION werden diese Bemühungen fortgesetzt, denn das Gesicht eines Forschungsprogramms, dessen Überzeugungskraft, wird durch die Sprache geformt. Wer sich an proVISION beteiligt, sollte sich dem Anspruch "klare, prägnante, verständliche Sprache" von Anfang an stellen – bereits in der Projektskizze, im Projektantrag.
Warum und wie Forschende an ihrer Sprache arbeiten, erläutert die Projektleiterin Maria Nicolini in zwei Aufsätzen:
Die proVISION-Sprachearbeit ist eingebettet in die Initiative "Sprache in Wissenschaft und Forschung, Sprache im gesellschaftlichen Dialog", die vom Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung und von der Ö1-Wissenschaftsredaktion getragen wird. Sie richtet den Blick auf den Sprachgebrauch in Wissenschaft und Öffentlichkeit. Das Symposion "Sprache Wissenschaft Wirklichkeit. Wohin im öffentlichen Sprachgebrauch?" (22. März 2007, RadioKulturhaus) (http://science.orf.at/science/events/147573 und http://science.orf.at/science/news/147656), bildete den öffentlichen Auftakt. Im Titel der Initiative ist mit Sprache zunächst die (deutsche) Wortsprache gemeint, für die in den Forschungsprogrammen Kulturlandschaft und proVISION schon methodisches und didaktisches Repertoire entwickelt worden ist, das international Anerkennung findet. Neben der Wortsprache bedient sich Wissenschaft auch der Symbolsprache und der Sprache der Bilder. Sprachearbeit für diese Sprachen wird methodisches und didaktisches Neuland zu betreten haben; auch Bemühungen um gute englische Wissenschaftssprache müssen in Gang kommen.
 
 
Endnoten

(1) Das Buch "Sprache   Wissenschaft   Wirklichkeit. zum Sprachgebrauch in inter- und transdisziplinärer Wissenschaft" (Maria Nicolini 2001), hervorgegangen aus der österreichischen Kulturlandschaftsforschung, ist in beschränkter Anzahl im BMWF erhältlich und hier als download verfügbar.